Forgejo vs. GitHub
Forgejo ist eine europäische Alternative zu GitHub: derselbe Anwendungsfall im Bereich Entwicklungswerkzeuge, mit Hauptsitz in Deutschland und unter EU-DSGVO, während GitHub (Microsoft) in den Vereinigten Staaten sitzt.
Von der EU-Alternatives-Redaktion EN Zuletzt aktualisiert am
Deutsche Open-Source-Forge zum Self-Hosting von Git-Repositories, Issues, CI/CD und Paketregistries unter gemeinnütziger Governance.
- Gerichtsbarkeit
- EU / EWR
- Maßgebliches Datenschutzrecht
- EU-DSGVO
- US-CLOUD-Act-Risiko
- Nein
- Open Source
- Ja
- Kostenloser Einstieg
- Ja
GitHub ist der wichtigste Hostingdienst für offenen und privaten Quellcode, gehört aber seit 2018 zu Microsoft. Europäische Alternativen bieten selbst gehostete Git-Forges, gemeinnütziges Hosting für Open-Source-Projekte oder besonders minimalistische Entwicklungsabläufe ohne Werbetracking.
- Gerichtsbarkeit
- Vereinigte Staaten
- DSGVO standardmäßig
- AVV + TIA nötig
- US-CLOUD-Act-Risiko
- Ja
Forgejo vs. GitHub im Überblick
| Forgejo | GitHub | |
|---|---|---|
| Hauptsitz | Deutschland | Vereinigte Staaten |
| Datenrechtsraum | EU / EWR | Vereinigte Staaten |
| Maßgebliches Datenschutzrecht | EU-DSGVO | Auftragsverarbeitungsvertrag + Transferfolgenabschätzung nötig |
| US-CLOUD-Act-Risiko | Nein | Ja |
| Am besten geeignet für | Teams, die Entwicklungswerkzeuge nach europäischen Datenschutzanforderungen brauchen | Teams, die bereits stark im Microsoft-Ökosystem investiert sind |
Forgejo passt, wenn …
- du einen Anbieter unter europäischem Datenschutzrecht willst
- die DSGVO oder Datenschutzvorgaben der öffentlichen Hand für dich gelten
- du kostenlos starten und später wachsen willst
- dir offener Quellcode und Selbst-Hosting wichtig sind
- du lieber das europäische Tech-Ökosystem stärkst
Bleib bei GitHub, wenn …
- du auf Integrationen angewiesen bist, die es nur im Microsoft-Ökosystem gibt
- für deine Organisation keine Vorgaben zur EU-Datenhaltung gelten
- der Migrationsaufwand die Vorteile der Gerichtsbarkeit derzeit übersteigt
Über Forgejo
Forgejo ist eine selbstgehostete Open-Source-Softwareschmiede für Git-Repositories, Issue-Tracking, Pull-Requests, CI/CD-Pipelines und Paketregistrierungen, verwaltet von Codeberg e.V., einer deutschen demokratischen gemeinnützigen Organisation. Es wurde 2022 aus Governance-Gründen von Gitea abgespalten, verbraucht eine Größenordnung weniger Serverressourcen als vergleichbare Forges und kann auf einem Raspberry Pi oder einem minimalen VPS ausgeführt werden.
Die Installation dauert auf jedem Linux-Server oder Container-Host nur wenige Minuten. Die ActivityPub-Föderation befindet sich in der aktiven Entwicklung, um instanzübergreifende Interaktionen wie das Verfolgen von Repositorys und das Kommentieren von Problemen auf unabhängigen Forgejo-Servern zu ermöglichen. Eine GitHub-kompatible Schnittstelle und API vereinfachen die Migration von proprietären Plattformen ohne Unterbrechung des Arbeitsablaufs.
Hauptvorteile:
- Vollständiges Git-Hosting, das Repositorys, Branches, Tags und LFS mit einer vertrauten Weboberfläche abdeckt
- Problemverfolgung und PRs mit Labels, Meilensteinen, Projekten und Code-Review-Workflows
- Forgejo Actions für integriertes CI/CD, kompatibel mit der Workflow-Syntax von GitHub Actions
- Paketregistrierung für Docker, npm, PyPI, Maven, Cargo und andere Formate
- ActivityPub-Föderation für instanzübergreifende Interaktionen im gesamten Fediverse
- Minimaler Ressourcenbedarf, der bequem auf einem Raspberry Pi oder einem 1-vCPU-VPS läuft
- MIT-lizenziert und verwaltet von Codeberg e.V., einer gemeinnützigen Organisation ohne Unternehmensinvestoren
Forgejo wird von Codeberg e.V. verwaltet, einer demokratischen gemeinnützigen Organisation mit Sitz in Berlin, Deutschland, nach deutschem Recht und DSGVO. Das Projekt verwendet für seine eigene Entwicklung ausschließlich Freie Software und wird auf Codeberg und nicht auf GitHub gehostet. Selbstgehostete Bereitstellungen speichern den gesamten Code, alle Probleme und CI-Daten auf der von Ihnen kontrollierten Infrastruktur, standardmäßig ohne Telemetrie.
Das Upstream-Projekt hinter Codeberg, Europas größter, von der Community betriebener Git-Plattform, und die Standardschmiede für Teams, die den vollständigen Besitz der Infrastruktur benötigen.
Warum Forgejo statt GitHub?
Das entscheidende Argument ist die Gerichtsbarkeit. GitHub hat seinen Hauptsitz in den Vereinigten Staaten. Personenbezogene Daten, die dort verarbeitet werden, können damit unter nicht-europäisches Recht fallen: den US-CLOUD-Act, FISA 702 oder je nach Anbieter vergleichbare Gesetze. Seit dem Schrems II-Urteil von 2020 müssen EU-Organisationen für jeden solchen Datentransfer eine Transferfolgenabschätzung durchführen.
Forgejo nimmt dir diesen Aufwand ab. Als Anbieter aus Deutschland unterliegt es EU-DSGVO, und die Daten bleiben standardmäßig im EU/EWR-Raum. Für regulierte Bereiche wie Gesundheit, öffentliche Verwaltung und Finanzen ist das keine Kür, sondern Vorgabe. Für alle anderen ist es eine Versicherung gegen Klumpenrisiko: Du hängst nicht von einer einzigen Rechtsordnung ab, die ihre Regeln ohne Vorwarnung ändern kann.