Zeitkapsl vs. Google Photos
Zeitkapsl ist eine europäische Alternative zu Google Photos: derselbe Anwendungsfall im Bereich Cloud & Hosting, mit Hauptsitz in Österreich und unter EU-DSGVO, während Google Photos (Google) in den Vereinigten Staaten sitzt.
Von der EU-Alternatives-Redaktion EN Zuletzt aktualisiert am
Österreichische Cloud für Ende-zu-Ende-verschlüsselte Foto- und Videobackups mit Hosting in Deutschland.
- Gerichtsbarkeit
- EU / EWR
- Maßgebliches Datenschutzrecht
- EU-DSGVO
- US-CLOUD-Act-Risiko
- Nein
- Open Source
- Nein
- Kostenloser Einstieg
- Nein
Google Photos macht Bilder durch automatische Analyse leicht durchsuchbar, verarbeitet sie dafür aber auf Googles Infrastruktur. Europäische Alternativen bieten selbst gehostete Fotobibliotheken, Ende-zu-Ende-verschlüsselte Backups oder private Familienalben ohne Werbung und Empfehlungsalgorithmus.
- Gerichtsbarkeit
- Vereinigte Staaten
- DSGVO standardmäßig
- AVV + TIA nötig
- US-CLOUD-Act-Risiko
- Ja
Zeitkapsl vs. Google Photos im Überblick
| Zeitkapsl | Google Photos | |
|---|---|---|
| Hauptsitz | Österreich | Vereinigte Staaten |
| Datenrechtsraum | EU / EWR | Vereinigte Staaten |
| Maßgebliches Datenschutzrecht | EU-DSGVO | Auftragsverarbeitungsvertrag + Transferfolgenabschätzung nötig |
| US-CLOUD-Act-Risiko | Nein | Ja |
| Am besten geeignet für | Teams, die Cloud & Hosting nach europäischen Datenschutzanforderungen brauchen | Teams, die bereits stark im Google-Ökosystem investiert sind |
Zeitkapsl passt, wenn …
- du einen Anbieter unter europäischem Datenschutzrecht willst
- die DSGVO oder Datenschutzvorgaben der öffentlichen Hand für dich gelten
- du lieber das europäische Tech-Ökosystem stärkst
Bleib bei Google Photos, wenn …
- du auf Integrationen angewiesen bist, die es nur im Google-Ökosystem gibt
- für deine Organisation keine Vorgaben zur EU-Datenhaltung gelten
- der Migrationsaufwand die Vorteile der Gerichtsbarkeit derzeit übersteigt
Über Zeitkapsl
Zeitkapsl speichert private Fotos und Videos mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Dateien werden auf dem Gerät verschlüsselt, bevor der Upload beginnt; der Betreiber kann die Bildinhalte deshalb nicht lesen. Der Dienst richtet sich an Menschen, die eine automatisch gesicherte Fotobibliothek und gemeinsame Familienalben wünschen, ohne ihre Aufnahmen für eine serverseitige Inhaltsanalyse freizugeben. Die Verschlüsselung ist dabei Teil des normalen Ablaufs.
Die Apps für Android und iOS sichern Originaldateien und synchronisieren die Bibliothek zwischen Geräten. Gesichtserkennung und KI-Suche laufen lokal, nicht auf den Speicherservern. Ein Import aus Google Photos übernimmt unter anderem Alben und ursprüngliche Aufnahmedaten. Zum gemeinsamen Sammeln von Bildern können andere Personen über einen Link oder QR-Code beitragen, ohne selbst ein Konto oder die App anzulegen.
Hauptvorteile:
- Verschlüsselung vor dem Upload schützt Bildinhalte bereits auf dem Weg zum Speicheranbieter.
- Originalqualität erhält Fotos und Videos ohne eine zusätzliche Verkleinerung für die Sicherung.
- Lokale Bildsuche erschließt die Sammlung nach Personen, Orten, Zeitpunkten und Text.
- Gemeinsame Alben ermöglichen Beiträge von Familie und Gästen über Freigabelinks.
- Google-Photos-Import übernimmt vorhandene Bilder, Alben und Datumsangaben und überspringt Duplikate.
- Geteiltes Speicherpaket erlaubt mehreren Personen die Nutzung eines gemeinsamen Kontingents.
Betreiber ist die hardcode GmbH in Wien, Österreich. Die Website nennt Hetzner in Falkenstein und Backblaze in Amsterdam als Speicheranbieter. Die verschlüsselten Dateien liegen damit in Deutschland und den Niederlanden; Backblaze ist jedoch kein europäischer Eigentümer. EU-Speicherstandort und Herkunft des Dienstleisters sind getrennte Eigenschaften.
Das kleinste Paket bietet 50 GB für zwei Euro monatlich. Eine kostenlose Dauerstufe gibt es nicht, aber einen dreißigtägigen Test. Nach Ende des Abonnements bleiben vierzehn Tage für den Export der Bilder. Für eine langfristige Familienbibliothek gehören daher neben der Speicherkapazität auch ein eigener Sicherungs- und Ausstiegsplan zur Entscheidung.
Warum Zeitkapsl statt Google Photos?
Das entscheidende Argument ist die Gerichtsbarkeit. Google Photos hat seinen Hauptsitz in den Vereinigten Staaten. Personenbezogene Daten, die dort verarbeitet werden, können damit unter nicht-europäisches Recht fallen: den US-CLOUD-Act, FISA 702 oder je nach Anbieter vergleichbare Gesetze. Seit dem Schrems II-Urteil von 2020 müssen EU-Organisationen für jeden solchen Datentransfer eine Transferfolgenabschätzung durchführen.
Zeitkapsl nimmt dir diesen Aufwand ab. Als Anbieter aus Österreich unterliegt es EU-DSGVO, und die Daten bleiben standardmäßig im EU/EWR-Raum. Für regulierte Bereiche wie Gesundheit, öffentliche Verwaltung und Finanzen ist das keine Kür, sondern Vorgabe. Für alle anderen ist es eine Versicherung gegen Klumpenrisiko: Du hängst nicht von einer einzigen Rechtsordnung ab, die ihre Regeln ohne Vorwarnung ändern kann.