Storegate vs. Dropbox
Storegate ist eine europäische Alternative zu Dropbox: derselbe Anwendungsfall im Bereich Cloud & Hosting, mit Hauptsitz in Schweden und unter EU-DSGVO, während Dropbox in den Vereinigten Staaten sitzt.
Von der EU-Alternatives-Redaktion EN Zuletzt aktualisiert am
Schwedischer Cloudspeicher mit digitaler Signatur und Betrieb unter schwedischer Jurisdiktion.
- Gerichtsbarkeit
- EU / EWR
- Maßgebliches Datenschutzrecht
- EU-DSGVO
- US-CLOUD-Act-Risiko
- Nein
- Open Source
- Nein
- Kostenloser Einstieg
- Nein
Dropbox ist für einfache Synchronisation und Ordnerfreigaben bekannt, speichert Kundendateien aber überwiegend unter der Kontrolle eines US-Unternehmens. Europäische Alternativen bieten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Self-Hosting, offene Plattformen oder spezialisierte Laufwerke für große Projektdateien.
- Gerichtsbarkeit
- Vereinigte Staaten
- DSGVO standardmäßig
- AVV + TIA nötig
- US-CLOUD-Act-Risiko
- Ja
Storegate vs. Dropbox im Überblick
| Storegate | Dropbox | |
|---|---|---|
| Hauptsitz | Schweden | Vereinigte Staaten |
| Datenrechtsraum | EU / EWR | Vereinigte Staaten |
| Maßgebliches Datenschutzrecht | EU-DSGVO | Auftragsverarbeitungsvertrag + Transferfolgenabschätzung nötig |
| US-CLOUD-Act-Risiko | Nein | Ja |
| Am besten geeignet für | Teams, die Cloud & Hosting nach europäischen Datenschutzanforderungen brauchen | Teams, die bereits stark im Dropbox-Ökosystem investiert sind |
Storegate passt, wenn …
- du einen Anbieter unter europäischem Datenschutzrecht willst
- die DSGVO oder Datenschutzvorgaben der öffentlichen Hand für dich gelten
- du lieber das europäische Tech-Ökosystem stärkst
Bleib bei Dropbox, wenn …
- du auf Integrationen angewiesen bist, die es nur im Dropbox-Ökosystem gibt
- für deine Organisation keine Vorgaben zur EU-Datenhaltung gelten
- der Migrationsaufwand die Vorteile der Gerichtsbarkeit derzeit übersteigt
Über Storegate
Storegate bietet Dateispeicherung und kontrollierte Freigaben für Unternehmen, deren Dokumente in Schweden bleiben sollen. Der Dienst verbindet einen zentralen Dateibestand mit Sicherungen und Funktionen für die Zusammenarbeit. Statt Dateien als E-Mail-Anhänge zu verteilen, können Teams Zugänge und Freigabelinks verwalten. Digitale Signaturen ergänzen das Angebot für dokumentenbasierte Geschäftsprozesse.
Die Produktpalette unterscheidet Einzelkonten von Angeboten für mehrere Beschäftigte. Der Solo-Tarif umfasst 100 GB Speicher für eine Person und Dateien bis 10 GB. Dokumente lassen sich über die Weboberfläche oder lokal installierte Office-Software bearbeiten. Versionsverlauf und Ereignisprotokoll helfen dabei, frühere Fassungen wiederherzustellen und Aktivitäten nachzuvollziehen. Mobile Apps und eine Kommandozeilenschnittstelle erschließen weitere Zugriffswege neben dem Browser.
Hauptvorteile:
- Passwortgeschützte Links begrenzen die Weitergabe von Dateien und Ordnern.
- Versionsverlauf hält ältere Dateifassungen für eine spätere Wiederherstellung bereit.
- Computerbackup sichert lokal gespeicherte Dateien und Ordnerstrukturen automatisch.
- Zweistufige Anmeldung ergänzt den Kontozugang um einen weiteren Identitätsnachweis.
- Ordner mit eigener Verschlüsselung ermöglichen Ende-zu-Ende-Schutz innerhalb der Cloud-Folder-Funktion.
- Dateiklassifizierung ordnet Dokumente nach ihrer jeweiligen Vertraulichkeitsstufe ein.
Die Storegate AB wurde 2003 gegründet und gehört zu Hawk Infinity Software. Nach Angaben des Anbieters liegen sämtliche gespeicherten Daten auf Servern in Schweden. Die schwedische Datenhaltung ist damit eine konkrete Eigenschaft des Dienstes. Aussagen über den generellen Ausschluss ausländischer Zugriffe ersetzen jedoch keine Prüfung des Vertrags und der eingesetzten Funktionen.
Der Solo-Tarif wird bei jährlicher Zahlung mit 175 schwedischen Kronen pro Monat beworben. Die kostenlose Erprobung ist kein dauerhaft kostenloses Speicherkonto. Für Organisationen sind die benötigten Rollen, Speichergrenzen und Verschlüsselungsfunktionen vorab abzugleichen. Besonders relevant ist Storegate für Arbeitsabläufe, bei denen schwedische Datenhaltung und geregelte Dokumentfreigaben gemeinsam erforderlich sind.
Warum Storegate statt Dropbox?
Das entscheidende Argument ist die Gerichtsbarkeit. Dropbox hat seinen Hauptsitz in den Vereinigten Staaten. Personenbezogene Daten, die dort verarbeitet werden, können damit unter nicht-europäisches Recht fallen: den US-CLOUD-Act, FISA 702 oder je nach Anbieter vergleichbare Gesetze. Seit dem Schrems II-Urteil von 2020 müssen EU-Organisationen für jeden solchen Datentransfer eine Transferfolgenabschätzung durchführen.
Storegate nimmt dir diesen Aufwand ab. Als Anbieter aus Schweden unterliegt es EU-DSGVO, und die Daten bleiben standardmäßig im EU/EWR-Raum. Für regulierte Bereiche wie Gesundheit, öffentliche Verwaltung und Finanzen ist das keine Kür, sondern Vorgabe. Für alle anderen ist es eine Versicherung gegen Klumpenrisiko: Du hängst nicht von einer einzigen Rechtsordnung ab, die ihre Regeln ohne Vorwarnung ändern kann.