Jitsi vs. Google Meet
Jitsi ist eine europäische Alternative zu Google Meet: derselbe Anwendungsfall im Bereich Messaging & Chat, mit Hauptsitz in Frankreich und unter EU-DSGVO, während Google Meet (Google) in den Vereinigten Staaten sitzt.
Von der EU-Alternatives-Redaktion EN Zuletzt aktualisiert am
Französische Open-Source-Videokonferenzen im Browser und auf Mobilgeräten, ohne Konto nutzbar und auf eigener Infrastruktur betreibbar.
- Gerichtsbarkeit
- EU / EWR
- Maßgebliches Datenschutzrecht
- EU-DSGVO
- US-CLOUD-Act-Risiko
- Nein
- Open Source
- Ja
- Kostenloser Einstieg
- Nein
Google Meet startet unkompliziert aus Kalender und Browser, hält Besprechungen aber im Google-Workspace. Europäische Alternativen bieten kontolose Räume, Self-Hosting, Betrieb in deutschen Rechenzentren oder spezialisierte Webinar- und Einbettungsfunktionen.
- Gerichtsbarkeit
- Vereinigte Staaten
- DSGVO standardmäßig
- AVV + TIA nötig
- US-CLOUD-Act-Risiko
- Ja
Jitsi vs. Google Meet im Überblick
| Jitsi | Google Meet | |
|---|---|---|
| Hauptsitz | Frankreich | Vereinigte Staaten |
| Datenrechtsraum | EU / EWR | Vereinigte Staaten |
| Maßgebliches Datenschutzrecht | EU-DSGVO | Auftragsverarbeitungsvertrag + Transferfolgenabschätzung nötig |
| US-CLOUD-Act-Risiko | Nein | Ja |
| Am besten geeignet für | Teams, die Messaging & Chat nach europäischen Datenschutzanforderungen brauchen | Teams, die bereits stark im Google-Ökosystem investiert sind |
Jitsi passt, wenn …
- du einen Anbieter unter europäischem Datenschutzrecht willst
- die DSGVO oder Datenschutzvorgaben der öffentlichen Hand für dich gelten
- dir offener Quellcode und Selbst-Hosting wichtig sind
- du lieber das europäische Tech-Ökosystem stärkst
Bleib bei Google Meet, wenn …
- du auf Integrationen angewiesen bist, die es nur im Google-Ökosystem gibt
- für deine Organisation keine Vorgaben zur EU-Datenhaltung gelten
- der Migrationsaufwand die Vorteile der Gerichtsbarkeit derzeit übersteigt
Über Jitsi
Jitsi ist eine Open-Source-Videokonferenzplattform, die kostenlose, unbegrenzte Videokonferenzen, Webinare und Teamzusammenarbeit über WebRTC bietet. Jitsi wurde ursprünglich in Straßburg, Frankreich, entwickelt und wird jetzt von 8x8 verwaltet. Es ermöglicht Millionen von selbst gehosteten und von Jitsi Meet gehosteten Konferenzen, ohne dass ein Konto erforderlich ist und keine Teilnehmerbeschränkung über die Hardwaregrenzen hinaus besteht.
Die Plattform wird als zwei sich ergänzende Projekte ausgeliefert: Jitsi Videobridge, eine skalierbare Selective Forwarding Unit (SFU), die große Gruppenanrufe abwickelt, und Jitsi Meet, der vollständige Web-Client mit Chat, Bildschirmfreigabe, erhobenen Händen, Reaktionen, Breakout-Räumen, Live-Streaming auf YouTube und Aufzeichnung auf Dropbox. Alles läuft in einem modernen Browser ohne Plugins, mit mobilen Apps für iOS und Android.
Hauptvorteile:
- Vollständig Open Source unter Apache 2.0 mit öffentlichen GitHub-Repositories und -Releases
- Selbsthostbar auf jedem Linux-Server mit Debian/Ubuntu-Paketen und Docker-Images
- Unbegrenzte Teilnehmer pro Konferenz abhängig von SFU und Bandbreitenkapazität
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) auf unterstützten Browsern über einfügbare Streams
- Bildschirmfreigabe, Aufzeichnung und Live-Streaming auf YouTube sofort einsatzbereit
- Breakout-Räume, Umfragen, erhobene Hände und Reaktionen für moderne Meeting-Workflows
- Einbetten über die Iframe-API oder tiefe Integration über das Jitsi Meet SDK
Jitsi wird von 8x8 mit Kerningenieurteams in Frankreich entwickelt und der gehostete Jitsi Meet-Dienst läuft auf europäischer und US-amerikanischer Infrastruktur. Durch selbst gehostete Bereitstellungen können Betreiber alle Signal-, Medien- und Aufzeichnungsdaten gemäß der DSGVO vollständig innerhalb der EU behalten und dabei die volle Kontrolle über Protokolle, Aufbewahrung und Unterauftragsverarbeiter behalten.
Jitsi genießt das Vertrauen von Universitäten, NGOs, Regierungen und Millionen einzelner Nutzer und ist die erste Wahl für Teams, die einen datenschutzkonformen Open-Source-Videokonferenz-Stack mit vollständigen EU-Self-Hosting-Optionen wünschen.
Warum Jitsi statt Google Meet?
Das entscheidende Argument ist die Gerichtsbarkeit. Google Meet hat seinen Hauptsitz in den Vereinigten Staaten. Personenbezogene Daten, die dort verarbeitet werden, können damit unter nicht-europäisches Recht fallen: den US-CLOUD-Act, FISA 702 oder je nach Anbieter vergleichbare Gesetze. Seit dem Schrems II-Urteil von 2020 müssen EU-Organisationen für jeden solchen Datentransfer eine Transferfolgenabschätzung durchführen.
Jitsi nimmt dir diesen Aufwand ab. Als Anbieter aus Frankreich unterliegt es EU-DSGVO, und die Daten bleiben standardmäßig im EU/EWR-Raum. Für regulierte Bereiche wie Gesundheit, öffentliche Verwaltung und Finanzen ist das keine Kür, sondern Vorgabe. Für alle anderen ist es eine Versicherung gegen Klumpenrisiko: Du hängst nicht von einer einzigen Rechtsordnung ab, die ihre Regeln ohne Vorwarnung ändern kann.