Plausible vs. Google Analytics
Plausible ist eine europäische Alternative zu Google Analytics: derselbe Anwendungsfall im Bereich Webanalyse, mit Hauptsitz in Estland und unter EU-DSGVO, während Google Analytics (Google) in den Vereinigten Staaten sitzt.
Von der EU-Alternatives-Redaktion EN Zuletzt aktualisiert am
Estnische, leichtgewichtige Open-Source-Webanalyse, die die Privatsphäre der Besucher respektiert.
- Gerichtsbarkeit
- EU / EWR
- Maßgebliches Datenschutzrecht
- EU-DSGVO
- US-CLOUD-Act-Risiko
- Nein
- Open Source
- Ja
- Kostenloser Einstieg
- Ja
Google Analytics verfolgt das Besucherverhalten auf den meisten Websites weltweit und das Standard-GA4-Produkt kostet nichts. Die europäischen Optionen unten sind nach Funktionsnähe und Relevanz geordnet.
- Gerichtsbarkeit
- Vereinigte Staaten
- DSGVO standardmäßig
- AVV + TIA nötig
- US-CLOUD-Act-Risiko
- Ja
Plausible vs. Google Analytics im Überblick
| Plausible | Google Analytics | |
|---|---|---|
| Hauptsitz | Estland | Vereinigte Staaten |
| Datenrechtsraum | EU / EWR | Vereinigte Staaten |
| Maßgebliches Datenschutzrecht | EU-DSGVO | Auftragsverarbeitungsvertrag + Transferfolgenabschätzung nötig |
| US-CLOUD-Act-Risiko | Nein | Ja |
| Am besten geeignet für | Teams, die Webanalyse nach europäischen Datenschutzanforderungen brauchen | Teams, die bereits stark im Google-Ökosystem investiert sind |
Plausible passt, wenn …
- du einen Anbieter unter europäischem Datenschutzrecht willst
- die DSGVO oder Datenschutzvorgaben der öffentlichen Hand für dich gelten
- du kostenlos starten und später wachsen willst
- dir offener Quellcode und Selbst-Hosting wichtig sind
- du lieber das europäische Tech-Ökosystem stärkst
Bleib bei Google Analytics, wenn …
- du auf Integrationen angewiesen bist, die es nur im Google-Ökosystem gibt
- für deine Organisation keine Vorgaben zur EU-Datenhaltung gelten
- der Migrationsaufwand die Vorteile der Gerichtsbarkeit derzeit übersteigt
Über Plausible
Plausible ist ein quelloffenes, datenschutzorientiertes Webanalysetool, das Website-Traffic auswertet, ohne Besucher zu verfolgen. Das 2018 in Estland gestartete Produkt zeigt Seitenaufrufe, Sitzungen, Absprungrate, Scrolltiefe, Conversions und Umsätze in einem übersichtlichen Dashboard, ohne Cookies oder personenbezogene Daten zu speichern.
Das Tracking-Skript ist 75-mal kleiner als Google Analytics und belastet die Seitengeschwindigkeit kaum. Daten werden aggregiert verarbeitet, nicht an Dritte weitergegeben oder monetarisiert und verlassen die EU-Infrastruktur nicht. Die Architektur ist auf DSGVO, CCPA und PECR ausgelegt und kommt ohne Cookie-Einwilligungsbanner aus.
Hauptvorteile:
- Keine Cookies oder personenbezogenen Daten für anonyme Messung ohne Einwilligungsbanner
- 75-mal leichteres Skript als Google Analytics, ohne Auswirkungen auf Core Web Vitals
- Echtzeit-Dashboard mit Top-Seiten, Quellen, Ländern, Geräten und Kampagnen
- Ziele, Trichter und Umsatzverfolgung mit Einrichtung ohne Code für Klicks, Formularübermittlungen, Dateidownloads, Scrolltiefe und Käufe
- Selbsthosting unter AGPLv3 für vollständige Kontrolle über Infrastruktur und Daten
- Zusammenarbeit im Team mit gemeinsamen Dashboards, einbettbaren Widgets und Zugriffskontrollen pro Site
- Stats API und Looker Studio-Connector für benutzerdefinierte Berichte und BI-Integrationen
- 99,99 % Verfügbarkeit bei mehr als 260 Milliarden erfassten Seitenaufrufen
Plausible ist vollständig Open Source (AGPLv3) und wird ausschließlich auf EU-eigener Infrastruktur gehostet. Das unabhängige Team veröffentlicht seine Umsatzzahlen und finanziert sich über Abonnements. Integrationen bestehen unter anderem für Google Search Console, WordPress, Google Tag Manager, Slack und den Import historischer Google-Analytics-Daten.
Mit über 17.000 zahlenden Abonnenten und Empfehlungen von Hugging Face, 37signals und Ghost richtet sich Plausible an Teams, die klare Erkenntnisse ohne die Datenschutzkompromisse US-amerikanischer Plattformen suchen.
Warum Plausible statt Google Analytics?
Das entscheidende Argument ist die Gerichtsbarkeit. Google Analytics hat seinen Hauptsitz in den Vereinigten Staaten. Personenbezogene Daten, die dort verarbeitet werden, können damit unter nicht-europäisches Recht fallen: den US-CLOUD-Act, FISA 702 oder je nach Anbieter vergleichbare Gesetze. Seit dem Schrems II-Urteil von 2020 müssen EU-Organisationen für jeden solchen Datentransfer eine Transferfolgenabschätzung durchführen.
Plausible nimmt dir diesen Aufwand ab. Als Anbieter aus Estland unterliegt es EU-DSGVO, und die Daten bleiben standardmäßig im EU/EWR-Raum. Für regulierte Bereiche wie Gesundheit, öffentliche Verwaltung und Finanzen ist das keine Kür, sondern Vorgabe. Für alle anderen ist es eine Versicherung gegen Klumpenrisiko: Du hängst nicht von einer einzigen Rechtsordnung ab, die ihre Regeln ohne Vorwarnung ändern kann.